FOREVER SINNERS, FOREVER GODS, FOREVER WICKED, FOREVER LOVED



oo. THE DEATH OF A GOD
»Wach' auf, wach' auf, komm schon!«, ruft er verzweifelt, packt sie an den Schultern und schüttelt sie, aber sie wacht nicht auf. Ihr Körper, eben noch warm and weich und empfindlich, fühlt sich in seinen Armen kalt an. Ihre sonst so zarte, alabasterfarbene Haut ist bleich, läuft gräulich an, und ihre Schönheit verwelkt für Minute zu Minute immer mehr. Er hat sie schon immer mit einer eleganten Rose verglichen, deren Blüten blutrot und saftig und üppig sind, doch jetzt gleicht sie einer abgestorbenen Pflanze in der Wüste, und ihre leuchtend roten Blüten rieseln zu Boden wie das gleichfarbige Blut, welches alles um ihn herum makaber und grausam bemalt.
Seine Hände sind mit ihrem Blut bedeckt.
Seine Haut brennt von seinem Fleisch ab.
Als sich ihre Augen auf einmal anfangen zu bewegen und sich auf ihn richten, gefriert das Ichor in seinen Adern.
»Das ist deine Schuld«, haucht sie, ihre Stimme hört sich in seinen Ohren fremd und verzerrt an. »Du hast das getan, du hast uns nicht beschützen können! Das ist deine Schuld! Du hast mich getötet, du hast uns getötet, du, du, du!«
Von irgendwoher hört er das Schreien eines neugeborenen Kindes, und es fühlt sich an, als würden sich zwei Hände um sein Herz und seine Lungen schließen und so fest zudrücken, bis er goldenes Blut in seiner Brust verspritzt. Eine dünne, kindliche Stimme erklingt, flüsternd und leise und so verdammt unschuldig. »Warum hast du uns getötet, Daddy? Warum hast du Mama und mich nicht beschützt? Warum hast du uns nicht gerettet?«
Es tut mir leid, es tut mir leid, es tut mir leid, es tut mir so unendlich leid …